PAUL SACHSE

Geb. 1949 in Kuppenheim bei Baden-Baden.

Lebte 40 Jahre in Hamburg, davon 34 Jahre in Altona.

 

 

  • Mein Vater, ein ausgezeichneter Buchbindermeister, der u.a. das Goldene Buch der Stadt Rastatt anfertigte, förderte mich von klein auf in allen kunsthandwerklichen Bereichen, die mit seinem Beruf zu tun hatten.
  • Erwin Roos, ein zu Lebzeiten sehr bekannter Landschaftsmaler der Region mit impressionistischem Impetus, war ein Freund der Familie. So kam es, dass ich bald auf allen vieren durch sein Atelier kroch.  Zu meinen ersten Lebenserinnerungen gehören das Wohlgefühl in seinem Atelier, die Freude an seinen Bildern und die Begeisterung für seine, nach Leinöl duftenden Farben. Wie er wollte ich Maler werden, und er wurde mein Lehrer. Seine erste Lektion war: „Paul, diese Farben kann man nicht essen!“
  • Bildaufbau, Farbenlehre, Zeichen- und Maltechniken etc. habe ich bei ihm gelernt. Faszinierend war schon damals für mich die Spachteltechnik. Die kremige Farbe mit den unterschiedlichsten Malmessern auf die Leinwand Schicht um Schicht aufzutragen, war ein sinnliches Erlebnis schon zu einer Zeit, als ich nicht die geringste Ahnung von all den anderen sinnlichen Schätzen hatte, die das Leben noch vor mir verborgen hielt.
  • Erwin Roos blieb mein Lehrer auch über seinen Tod hinaus, denn ich besitze viele hundert  Skizzen, Aquarelle, Radierungen und Ölgemälde, die ich immer wieder studiere, obwohl die Landschaft nie mein Metier wurde.
  • Ganz artiger Sohn eines Kunsthandwerkers begann ich mit 14 Jahren einen „anständigen“ Beruf zu lernen und wurde Dekorateur. Ein vielseitiger, kreativer Beruf, der bereits am Beginn vieler Künstlerkarrieren stand. 
 Durch die Vielseitigkeit der Techniken, der Methoden, der Arbeitsfelder und der Themen, war dieser Beruf für mich prägend bis heute.

  • Mein zweiter Kunstlehrer wurde Prof. Hanfried Streit. Ein expressiver Zeichner und Maler, der sich zwischen Abstraktion und Figürlichkeit bewegte. Ein Teil seines Lebenswerkes (ca. 300 Arbeiten) sind im Museum Ettlingen archiviert. Seine Lehrmethoden und Inhalte konnte ich später nur unwesendlich modifiziert an meine Schüler mit großem Erfolg weiter geben.
  • In Bad Harzburg besuchte ich eine Privatschule und schloss die Ausbildung mit dem Diplom für Display Design ab.
  • Im Anschluss daran sollte mein Aufenthalt in Hamburg nur ein Jahr dauern, aber daraus wurden 40 turbulente, kreative Lebensjahre.
  • In den wilden 68ger Jahren beschloss ich, die berufliche Unterstützung des „Konsumterrors“ abzubrechen und die Welt „radikaldemokratisch“ zu verändern. Versuche zu einem Kunststudium zugelassen zu werden, scheiterten allesamt. Der anarchische Zeitgeist jener Tage und meine damals trotz allem noch naiv dörflich geprägten Vorstellungen befanden sich in unauflösbarem Widerspruch. Zu jener Zeit wickelte man am Lerchenfeld hauseigene Feuerleitern in Toilettenpapier ein, um aufgenommen zu werden. Dass penible Zeichnungen nur ein müdes Professorenlächeln auslösen würden, darauf war ich nicht vorbereitet.
  • So ging ich meinen künstlerischen Weg unter Verzicht auf den „akademischen Segen“ unbeirrt weiter.
  • Miete, Strom und Essen forderten ihren gnadenlosen Preis, sodass eine berufliche Perspektive unausweichlich blieb. Politisch motiviert, aber ohne jemals eingeschriebenes Mitglied einer Gruppierung oder Partei gewesen zu sein, begann ich Sozialpädagogik zu studieren und beendete dies als Diplom Sozial-Pädagoge.
  • Der Schwerpunkt meiner Erwerbstätigkeit lag nun im Bereich der Erziehung und Bildung, wobei die Kunst immer im Zentrum dieser Arbeit stand. 
Die Methoden und Techniken zur kreativen Betätigung, habe ich von den Kleinkindern bis zu den Senioren, in allen Altersstufen vermittelt.
  • Nach einigen Jahren der praktischen Tätigkeit an Hamburgs sozialen Brennpunkten, wurde ich Dozent am Fröbel-Seminar, wo ich angehende ErzieherInnen unter anderem auch in Werk-und Kunsterziehung unterrichtete. Als Kunstlehrer am Gymnasium auf der Elbinsel Finkenwerder entwickelte ich u.a. mit Blick auf die Hamburger Werbewirtschaft einen Wahlpflichtkurs für Grafik Design.
  • Hier kamen auch Methoden und Inhalte, die ich bei Prof. Hanfried Streit gelernt hatte, wieder zur vollen Entfaltung. Über viele Jahre gehörten meine Schüler zu den Preisträgern eines von der Technischen Kunstschule Hamburg ausgelobten Wettbewerbes.
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  • Während all der Jahre war ich auch künstlerisch tätig. So habe ich für die Plattenfirma Teldeck  Schallplattencover gestaltet und u.a. das komplette Outfit für die Popgruppe „Clowns und Helden“ entwickelt.
  • Mit dem Werbetexter Ralf Flechner entwickelte ich gemeinsam eine Wahlwerbekampagne, in der bundesweit zum ersten Mal eine Partei erfolgreich in ein Landesparlament einzog, obwohl die Werbeträger nur Inhalte und nicht ein einziges Politikerfoto transportierten.
  • Für das „Sommertheater am Kap“ auf Rügen und an diversen Hamburger Bühnen  habe ich über Jahre, Bühnen- und Kostümausstattungen für Schauspiel- und Musicalinszenierungen gestaltet.
  • Wichtig für diese Aufgaben war ganz sicher das Selbststudium der Airbrushtechnik. Ein wirklich entscheidender Wendepunkt war aber die Entdeckung jener Möglichkeiten, die ein Computer zu bieten hatte. Trotz anfänglichen Naserümpfens der Kunstbeflissenen, habe ich von da an den Computer als ein vollkommen neues Werkzeug benutzt.
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Das Plakat war zu allen Zeiten ein zentrales Thema meiner Arbeit. Hier ließen sich zielorientiert alle Techniken einsetzen, die mir zur Verfügung standen. Meine Theaterplakate waren stets die Visitenkarte für die umfangreiche Gesamtausstattung eines Stückes. Der Kostümentwurf und dessen Ausführung waren da ebenso Teil meiner Arbeit, wie die Bühnengestaltung.
 Die Arbeitsergebnisse aus den verschiedenen Bereichen, soweit sie noch zu dokumentieren waren, habe ich hier nun zusammengefasst und kommentiert.
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  • In den vergangen 18 Jahren widmete ich mich wieder verstärkt der Malerei. Ich genieße die Selbstbestimmung bei der Wahl der Farben, Techniken und Inhalte. Die Freiheit, des Verkaufes wegen, keine  Kompromisse machen zu müssen, ist schier grenzenlos.
  • Ich male die Blume eben so leidenschaftlich wie den Akt und ebenso leidenschaftlich lege ich mit pointierten Motiven  den Finger in gesellschaftliche Wunden. Nur eines haben alle Bilder gemeinsam.
  • Wenn meine Kunst keine Diskussion auslöst, hat sie Ihr Ziel verfehlt !
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  • Natürlich liebe ich auch „schöne“ Kunst, aber wenn sie mir richtig unter die Haut geht, wie van Gogh, Schiele oder Nolde, dann hat sie Brüche, dann ist sie gegen den Kamm gebürstet, dann hängt sie eben nicht in der Wohnstube oder hinterm Managerschreibtisch.
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  • Liebermann, Dix, Grosz, Hubbuch, das waren Grenzgänger ihrer Zeit. Heute geht es um andere Grenzen, aber das Tabu der Heileweltverletzung besteht noch immer.
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  • Ich besitze das Talent, Farbe so zu Motiven zu formen, dass sie es dem Betrachter nicht erlauben in Gemütlichkeit zu schwelgen. Selbst wer sich angewidert oder empört abwendet kommt nicht umhin, sich mit mir und meinen Behauptungen auseinander zu setzen.
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  • Dabei immer wieder meine eigene Farb- und Bildsprache zu finden, ist mir eine große Lust.
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  • Nun werden Sie vergeblich auf die lange Liste meiner Ausstellungen warten, die ich Ihnen nicht nur der Kürze wegen vorenthalte. Derlei Rituale am Kunstmarkt mögen manchen beeindrucken, ein Garant für die Qualität meiner Arbeiten wäre eine solche Liste ohnehin nicht.
  • Sollten Sie auf mein Werk der vergangenen Jahre neugierig geworden sein, dann finden Sie hier nicht nur Bilder, sondern auch inhaltliche Abhandlungen zu meiner Kunst.
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